Interview mit Urs Bühler – zanox Schweiz

UrsbuehlerAnlässlich der kommenden Affiliate-Marketing-Konferenz 2014 durften wir ein Interview mit Urs Bühler von zanox Schweiz führen.

 

Urs bitte stell Dich einmal vor: Wer bist Du und wie bist Du zu zanox und zum Affiliate-Marketing gekommen? Was sind deiner Meinung nach die Reize und Vorzüge am Affiliate-Marketing?

Ich werde im April 40 Jahre alt, bin verheiratet und Vater von zwei aufgeweckten Jungs. Nach meiner Ausbildung zum Marketingfachmann vor ca. 7 Jahren bin ich von der Maschinenindustrie in die Onlinebranche zum damaligen Onlinevermarkter web2com gewechselt. Dort zeichnete ich mich u.a. für das Vermarktungsportfolio auf Publisher Seite verantwortlich.

Die web2com war eine Unternehmung der Publigroupe, welche zusammen mit Axel Springer die Berliner zanox AG akquiriert hat. Nach dieser Akquisition wurden die Bestrebungen verstärkt, zanox auch personell  im CH-Markt zu positionieren. So erhielt ich damals die Chance als Key Account Manager Publisher für zanox den CH-Markt vor Ort auszubauen.

Besonders reizvoll am Affiliate-Marketing ist aus meiner Sicht die Entstehung langfristigen Partnerschaften zwischen Advertisern und Publishern. Es ist vielfach sehr schön zu beobachten, wie sowohl der Advertiser wie auch der Publisher in der langjährigen Kooperation ihr Business unter gegenseitiger Unterstützung ausbauen und skalieren.

Wie beurteilst Du den Schweizer Markt im Zusammenhang mit Affiliate-Marketing im Vergleich zu anderen Märkten?

Der Schweizer-Markt ist ganz klar noch nicht so weit entwickelt, wie in den umliegenden Staaten, wo im Moment bei den Netzwerken bereits eine Konsolidierung stattfindet. Im Gegensatz zu den entwickelten Märkten gehört der Absatzkanal Affiliate bei den hiesigen Advertisern häufig noch nicht zum Standardrepertoire. Diesbezüglich können wir uns glücklich schätzen, ob dem grossen Potential, das es abzuschöpfen gilt.

Auf der anderen Seite kommt durch die demografische Limitierung und der zusätzlichen, sprachlichen Fragmentierung des Schweizer-Marktes eine Professionalisierung des Publisher-Marktes nur langsam voran. Die vorhandenen Traffic-Volumen sind im Vergleich zu umliegenden Märkten relativ bescheiden. Hinzu kommt, dass in der Schweiz nach wie vor hohe TKPs bezahlt werden, was erfolgreicher Publisher mit viel Traffic davon abhält, auf CPO-Modelle einzugehen.

Gemäss Media-Focus hatte Affiliate-Marketing in der Schweiz im Jahr 2013 ein Wachstum von rund 26%. Bestätigst Du dieses Wachstum und wie siehst Du die Zukunft?

Das ist selbst für einen erfahrenen Affiliat-Marketer nicht ganz einfach zu bestätigen. Die Netzwerke werfen ja nicht mit Zahlen um sich. Anhand der gestarteten Programme bei zanox und im Schweizer Markt generell, kann ich diese Zahl aber durchaus nachvollziehen. Das ist aber nur die eine Optik. Berücksichtigen muss man an dieser Stelle auch, wie die Publisher-Potentiale bei den einzelnen Netzwerken ausgebaut wurden. So können auch ohne namhafte Programmstarts die Umsätze gesteigert werden.

Ich sehe auf Grund des, wie bereits weiter oben erwähnten, unterentwickelten Schweizer Marktes auch für die Nächsten Jahre Wachstumsraten im ähnlichen Bereich. Auch gerade darum, weil nicht mehr nur ein Netzwerk im Markt aktiv ist, sondern mittlerweile drei Netzwerke und endlich auch professionelle Performance-Agenturen den lokalen Affiliate-Markt antreiben.

Was erwartest Du von der diesjährigen Affiliate-Marketing-Konferenz und was denkst Du davon?

Ich erwarte in diesem Jahr eine stärkere Präsenz ausländischer Publisher an der AMK. Dieser Trend kann seit längerem an anderen Affiliate-Veranstaltungen und auch im täglichen Business festgestellt werden. Publisher aus den umliegenden Ländern lernen den Schweizer Markt immer mehr, als zwar kleinen, aber lukrativen Markt schätzen. Auch hier kommt die „Swissness“ zum Tragen: Hohe Warenkörbe, die gute Zahlungsmoral der Endkonsumenten und solvente Advertiser, welche vergleichsweise hohen Sales-Provisionen ausschütten.

Primäres Ziel der Veranstaltung sollte aus meiner Sicht sein, den Advertisern die Potentiale und Vorzüge des erfolgsbasierten Online-Kanal aufzuzeigen. Ich hoffe auch, dass Advertiser und Publisher die Gelegenheit beim Schopf packen und das gegenseitige Gespräch suchen. So lernen beide Seiten die Bedürfnisse des anderen besser kennen und die Potentiale können besser ausgeschöpft werden.

Die AMK ist ein Glücksfall für den Schweizer Affiliate-Markt. Ich treffe immer wieder auf gestandene Onlinespezialisten, die mittlerweile zwar immerhin schon wissen, wie man Affiliate schreibt, aber immer noch falsche Vorstellungen von diesem Instrument haben. Die AMK bietet eine weitere gute Gelegenheit, diesen Gap zu verkleinern und die Akzeptanz und das Interesse an Affiliate in der Schweiz zu steigern.

In der Schweiz gibt es bekanntlich mit Tradedoubler, zanox und Affilinet drei aktive Netzwerke. Wie ist die aktuelle und zukünftige Positionierung von zanox?

Die zanox Schweiz AG hat sich schon immer dadurch ausgezeichnet, auf Kundenanfragen, kommen sie nun vom Advertiser, von der betreuenden Agentur oder vom Publishers, rasch zu reagieren und den hohen Ansprüchen an der Servicequalität gerecht zu werden. Diesen USP im Schweizer Markt gilt es zu wahren und auszubauen.

Als globaler Player versteht es zanox aus meiner Sicht zudem sehr gut, für unsere lokalen Advertiser die Best Cases aus dem internationalen Geschäft zu adaptieren und diese Erfolgspotentiale für den Schweizer Markt umzusetzen. Dazu arbeiten die einzelnen Länderinstanzen sehr eng zusammen.

Vielen Dank für deine Zeit Urs.